Beste Voraussetzungen für Bildung.
Wir bauen eine Berufsschule in Ghana.

Das Dorf Kpawumo bei Tamale in Ghana ist geprägt von einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Viele Kinder wissen nicht, was sie nach der Schule anfangen sollen. Wir wollen diesen jungen Menschen eine Perspektive bieten. Gemeinsam mit dem Verein Kpawumo Göttingen e.V. haben wir ein Konzept erarbeitet, um in den kommenden Monaten eine Berufsschule in Ghana zu bauen. Ziel ist es, bestmögliche Voraussetzungen für eine gute Ausbildung zu schaffen. In der Berufsschule werden die Jungen und Mädchen zu Schreiner/innen und Schneider/innen ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt durch gelernte Handwerker/innen mit Unterstützung aus Deutschland.

Entdecken Sie den Projektfortschritt hier auf unserem "Bau-Blog". 
Ihre Kurt König Baumaschinen GmbH

"Mit Bildung legen wir den Grundstein für die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft junger Menschen in Ghana."
Kurt König, Geschäftsführer

Das Projekt.
Warum machen wir das?

Wir möchten mit dieser Maßnahme gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und unser Wissen und Kapital dort einsetzen, wo es gebraucht wird. Der Wohlstand unserer westlichen Gesellschaft ist auch auf dem Rücken der Schwellenländer entstanden. Dort wollen wir helfen. Berufsausbildungen gibt es in Ghana nur sehr wenige. Durch den Bau der Berufsschule verändern wir nachhaltig die Perspektiven junger Menschen in der Region Tamale. Mit dieser Bildungseinrichtung legen wir einen greifbaren Grundstein für Veränderung und Aufbruch. Die Schulabgänger werden langfristig Unterstützung für ihren Einstieg in das Berufsleben erhalten – beispielsweise durch subventionierte Kredite oder kostenfreie Werkzeuge. So schaffen wir beste Voraussetzungen für die Zukunft. All das geschieht aus tiefer Überzeugung.

Baufortschritt & Berichte aus dem Alltag
Entdecken Sie den Bauprozess und erfahren Sie mehr über den Schulalltag. Mitarbeiter & Management berichten von vor Ort.

Im November 2018 war Baubeginn. Wir dokumentieren seitdem mit Bildern und kurzen Texten den Fortschritt. In den vergangenen Monaten sind Mitarbeiter der Kurt König Baumschinen GmbH in der Region gerist um beim Aufbau mitzuhelfen. 

 

17.03.20
Fotoausstellung KPAWUMO Children in Nordhausen

Vom 12.05 - 26.06.2020 findet in der Kreissparkasse Nordhausen eine Fotoausstellung unseres Kollegen Veikko Engler statt.* Er dokumentiert mit beeindruckenden Bilder unser Projekt in Ghana und die Kinder des Dorfes. 

*Nach aktuellem Stand bleiben Banken weiterhin geöffnet. Um das COVID-19 in seiner Ausbreitung zu verlangsamen, halten Sie bitte Abstand von 1,5m zu anderen Menschen, die sich die Ausstellung ebenfalls ansehen. Trotz der Einschränkungen wünschen wir viel Spaß.

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17.03.20
Fotoausstellung KPAWUMO Children in Nordhausen

Vom 12.05 - 26.06.2020 findet in der Kreissparkasse Nordhausen eine Fotoausstellung unseres Kollegen Veikko Engler statt.* Er dokumentiert mit beeindruckenden Bilder unser Projekt in Ghana und die Kinder des Dorfes. 

*Nach aktuellem Stand bleiben Banken weiterhin geöffnet. Um das COVID-19 in seiner Ausbreitung zu verlangsamen, halten Sie bitte Abstand von 1,5m zu anderen Menschen, die sich die Ausstellung ebenfalls ansehen. Trotz der Einschränkungen wünschen wir viel Spaß.

06.03.20
Reisebericht Ghana - 15.02.2020 bis 21.02.2020

Im Februar war erneut eine Delegation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort zu Besuch in Ghana, u.a. für den Spatenstich des neuen Außen-Arbeitsplatzes. Ein ausgiebiger Reisebericht:

Hinflug
Die erste Delegation von Kurt König Mitarbeitern musste schon die Erfahrung machen, dass Flüge nicht unbedingt immer so stattfinden, wie sie gebucht waren und in dieser Tradition sollte es auch für uns am 15.02.2020 weitergehen. Zunächst fand sich unsere kleine Reisegesellschaft sehr pünktlich in Hannover ein. Der erste Flug von Hannover nach Paris verspätete sich zuerst um eine Stunde. Unsere Laune konnte das zunächst nicht trüben und der Tag begann mit einem ordentlichen Frühshoppen. Der technische Defekt an dem Flugzeug verzögerte den Abflug dann aber um fast 3 Stunden und uns kamen die ersten Zweifel unser Reiseziel Tamale noch wie geplant zu erreichen.  Nach etwa drei stündiger Verspätung sind wir dann in Paris gelandet. Am Air-France Schalter klärten wir sofort, wie wir heute noch nach Accra kommen um nicht den Anschlussflug nach Tamale zu verpassen. Es gab nur einen Weg das zeitlich noch hinzubekommen: Umweg über Addis Abeba. Wer das nicht kennt: Es ist ein Flughafen in Äthiopien. Richtig gelesen, das ist ein Land im Osten Afrikas, während Ghana ja bekanntlich eher im Westen liegt. Gute 4500 km Umweg und 7 Stunden zusätzliche Flugzeit. Leider standen vor unserem Weiterflug noch etliche Wartestunden an, da leider unser Gepäck auf sich warten ließ… In Addis Abeba ging es dann nach einer weiteren Stunde Wartezeit weiter nach Accra. Hier hatten wir sogar noch ein wenig Zeit mit unserem Fahrer Frank Kontakt aufzunehmen, Geld zu holen und eine Mall zu besuchen, bevor es nach Tamale weiterging. Nach ca. 30 Stunden hatten wir dann auch schon unser Hotel erreicht.

Besuch Chief
Am Montagmorgen ging es dann mit Africa Style weiter. Unser Taxi Fahrer verspätete sich (wie auch die folgenden Tage) um ca. 30 Minuten.
Nachdem wir uns am Montagvormittag kurz in der Schule vorgestellt hatten, stand als nächstes der Termin beim Chief des Dorfes an. Seine Residenz, der „Chief Palast“, befindet sich im Mittelpunkt des Dorfes. Der Chief ist Bürgermeister, Polizeichef und Richter in einer Person. Ohne seine Erlaubnis geschieht nichts im Dorf. So müssen auch wir uns bei ihm vorstellen, um seine Erlaubnis zu bekommen, uns in Kpawumo aufzuhalten.
Bevor wir zum Chief durchgelassen werden, müssen Dawuda, der Generalmanager der Schule, und Markus zunächst mit einem seiner Stellvertreter verhandeln, wie viele Cocanüsse und welche Geldbeträge als Gastgeschenke angemessen sind. Cocanüsse sind das traditionelle Geschenk. Sie werden dem Chief bei der Audienz überreicht und im Anschluss von allen Anwesenden gegessen. Die Geldgeschenke werden dagegen an die Dorfbewohner verteilt. Als wir endlich zum Chief gelangen, stellen Markus und Dawuda uns Neuankömmlinge vor und bitten um Erlaubnis, dass wir uns im Dorf aufhalten dürfen. Dabei sprechen sie über einen seiner Stellvertreter mit ihm, da der Chief nicht direkt angesprochen werden darf. Viele Höflichkeiten werden ausgetauscht und die besagten Nüsse gegessen. Keine angenehme Tradition für uns, sie schmecken nicht! Am Ende bekommen wir seine Erlaubnis für unseren Aufenthalt und nach ein paar Gruppenfotos werden wir von ihm entlassen.


Nun steht unserem Aufenthalt im Dorf nichts mehr im Wege.

Schulbesichtigung
Wieder angekommen in der Schule, machten wir uns ein genaues Bild von dem Gelände. Angefangen in der Grundschule, wo wir einen tiefen Einblick in die einzelnen Klassen (Klasse 1-6) sowie den Kindergarten bekamen. Gegenüber der Grundschule befindet sich das Waisenhaus, indem zurzeit vier Waisen untergebracht sind. Unser Weg ging dann von dem Waisenhaus hin zu der von Kurt König erbauten Berufsschule. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Sportplatz der Schule vorbei. Hier spielten die Kinder bis in die späten Abendstunden fleißig Fußball. 

In der Grundschule teilten wir uns dann in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe bastelte mit den Kindern aus dem Kindergarten einzelne Tiermasken. Hierzu wurden Federn, bunte Stifte sowie Glitzersteine aus Deutschland von uns mitgebracht. Nach anfänglicher Zurückhaltung belagerten uns die Kinder schnell, sobald neues Bastelmaterial verteilt wurde. Es war ein riesiger Spaß für Jung und Alt. Die andere Gruppe war für Veikko (der 2019 die Schule besucht hatte) unterwegs, der ein Fotoprojekt ins Leben gerufen hat. Hierfür verteilten wir Kopien von Fotos an Schüler und Lehrer, die er im letzten Jahr von Ihnen gemacht hatte. Im Gegenzug dafür erhielten wir Karten mit Namen und Zeichnungen der Fotografierten. Diese werden bei einer Ausstellung über die Schule in Nordhausen präsentiert. Alle haben sich sehr über die Fotos gefreut.

Besuch im Dorf
Es ist schwer zu beschreiben, was wir in der kurzen Zeit in Ghana alles erlebt haben. Wir hatten das große Glück, einen Einblick in das Leben der Menschen vor Ort zu bekommen, da wir nicht als Touristen dort waren und somit Orte sehen konnten, die fernab des Tourismus liegen. Kpawumo ist einer dieser Orte. Uns kam es so vor, als wären wir in einer anderen Welt. Die Vielfalt in dem Dorf war so immens. Auf der einen Seite gab es den alten Dorfkern, in dem alle Häuser noch nach der traditionellen Bauweise gebaut waren. Das heißt, runde Lehmhütten mit Dächern aus Stroh. Dazwischen neuere Hütten aus selbstgebrannten Steinen mit Wellblechdächern.
Was alle diese Häuser vereint ist, dass sie weder einen Wasser- noch Stromanschluss besitzen. Für uns in unser heutigen Zeit ist so etwas kaum vorstellbar. Wenn die Einwohner Wasser benötigen, müssen Sie es aus dem Wasserloch des Dorfes holen. Um dorthin zu gelangen muss man bei 35 – 40° Grad circa 20 Minuten laufen. Der Hinweg ist dabei das kleinste Übel, auf dem Rückweg trägt man die 40 Liter die gesamte Strecke auf dem Kopf. Die Wasserqualität ist in keinster Weise mit der unseren zu vergleichen. Das Wasser ist trübe und dreckig und wird nur von den wenigsten Einheimischen vor dem Verzehr gereinigt oder abgekocht.
Die Einrichtung der Hütten ist auch sehr spärlich. Stühle, Tische oder Schränke sucht man vergeblich. Zum Schlafen gibt es Matten, die tagsüber zum Sitzen benutzt werden. Die wenigen Habseligkeiten, die die Bewohner besitzen, werden am Rand der Hütte gelagert.
 
Während unserer Zeit in Kpawumo haben wir mehre Einheimische in Ihren Hütten besuchen können. Die Erlebnisse waren auf der einen Seite schön, auf der anderen aber auch sehr schockierend.
So haben wir die Familie von Aziz, einem ehemaligen Schüler besucht. Da Aziz zur Zeit die Highschool in Tamale besucht und dort auch wohnt, lebt seine Mutter mit seinen beiden Schwestern alleine in Kpawumo.
Auf ihrem Grundstück stehen drei runde Lehmhütten, die ihnen als Schlaf-, Aufenthalts- und Lagerhütte dienen. Direkt neben den Hütten haben sie ein wenig Land, auf dem sie versuchen, die nötigsten Nahrungsmittel für sich anzubauen.

Seiner jüngsten Schwester haben wir neue Kleidung und eine Giraffe als Stofftier mitgebracht. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr sie sich darüber gefreut hat. Die Giraffe hat sie während unseres gesamten Besuches kein einziges Mal mehr aus der Hand gelegt. Für seine Mutter haben wir eine neue wieder aufladbare Taschenlampe mitgebracht, da ihre alte nicht mehr funktionierte und sie somit keine Lichtquelle hatten. Am selben Tag haben wir mit Markus, unserem begleitenden Arzt, einen der Berufsschüler besucht, der seit 2 Wochen nicht mehr in der Schule war. In der Schule gab es das Gerücht, dass er sich ein Bein gebrochen hätte. Da ihn aber niemand mit Gips gesehen hatte, wollte sich Markus selbst überzeugen, ob es stimmt oder ob er nur die Schule schwänzt. Wir trafen den Schüler, so wie seine drei Schwestern, in seiner Hütte an. Dort saß er seit 2 Wochen mit einem gebrochenen Unterschenkel ohne echte ärztliche Behandlung. Das Bein war vom örtlichen Heiler notdürftig versorgt worden. Als Gipsersatz dienten drei Steine, die um das Bein herum gelegt waren. Eine Behandlung im Krankenhaus lehnte er ab, da zum einen sein verstorbener Vater der traditionelle Heiler des Dorfes war und sich zum anderen der Aberglaube hielt, dass einem im Krankenhaus nur die Arme und Beine amputiert würden.
Markus konnte ihn nach vielen Verhandlungen wenigstens zu einer Behandlung mit Antibiotika überreden, um hoffentlich zu verhindern, dass der Bruch sich entzündet. In unseren Augen mag das alles nach viel Leid und Armut aussehen. Aber vor Ort haben wir mitbekommen, dass die Menschen dort trotzdem glücklich und fröhlich sind. Wo immer wir hinkamen, wurden wir herzlich empfangen.
Nichts desto trotz ist es wichtig, dass wir weiterhin die Schule unterstützen, um die Lebensverhältnisse der Bewohner von Kpawumo zu verbessern. Es ist schön zu sehen, wie dankbar die Hilfe vor Ort angenommen wird.

Motorbike Tour
Eines der schmutzigsten Erlebnisse unseres Aufenthaltes war die Motorbike Safari durch Tamale und Umgebung. Jeder von uns hatte einen Fahrer, denn ich glaube keiner unter uns, hätte die Motorbikes nach Ghanaischer Art bedienen können, auch wenn jemand einen Motorradführerschein gehabt hätte. Man sollte nämlich wissen, bevor man solch ein Motorrad bedient, dass diese in Ghana üblicherweise keine Kupplung haben. So stand dann unserem kleinen Ausflug nichts mehr im Wege. Wir erkundeten die Trockenlandschaft, sahen etwaige Felder, auf denen Reis und sonstige Erntegüter angebaut werden. Auch sahen wir nochmal die unterschiedlichen Dörfer. Das bewundernswerte daran war, dass Markus und seine „Jungs“ fast jedes Dorf schon kannte. Markus war bei vielen bekannt als Dr. Markus. So war es auch während unseres Ausfluges, dass Markus einer Dorfbewohnerin ärztlichen Beistand geleistet hat. Schön war hierbei zu sehen wie freundlich alle Dorfbewohner im Vorbeifahren waren. Alle winkten einem freundlich zu, auch wenn wir die einzelnen Dörfer nur durchfuhren. Der etwas unschönere Teil während unserer Tour war die Mülldeponie. Gängig war es hier, dass der gesamte Plastikmüll (und das war eine Menge) verbrannt wurde. Wie Plastik, riecht, wenn man es anzündet, kann sich denke ich mal jeder vorstellen. Das war kein schöner Geruch und Anblick, zumal auf diesem Gelände einige Menschen gelebt/ übernachtet haben. Kurz bevor die Dunkelheit eingebrochen ist, waren wir dann heile wieder zurück.

Fußballturnier
Am Mittwochnachmittag hatte uns unser Freund Etoo (Lehrer der 1. Klasse, Trainer der Fußballmannschaft aus Kpawumo  & rechte Hand von Markus Kubitza)  zu einem Fußballspiel zwischen einer Mannschaft aus Tamale und seiner aus Kpawumo eingeladen. Dieser Einladung folgten wir sehr gern, da wir für die Kids auch eine kleine Überraschung dabei hatten. Nachdem alle Spieler sich auf dem Sportplatz zusammengefunden haben, wurde um kurz nach 17 Uhr das Fußballspiel angepfiffen. Unser Kollege Heiko hatte vor dem Spiel noch ein Trikotsatz von SVG Einbeck und 3 Bälle an die Kids verteilt. Das Spiel der Jungs (ca. 9-13 Jahre) dauerte 2 x 30 Minuten und wir verfolgten es mit Bewunderung! Nicht nur der Fußballplatz (eine Mischung aus Schotterplatz & staubiger Landstraße), sondern auch die Fußballschuhe der Kids, wenn sie überhaupt welche an hatten, war für uns „Grünplatz-Fußballer“ aus Deutschland, schon ein kleines Highlight. Die Jungs zeigten trotz dieser Bedingungen und immer noch so um die 36° Celsius ein tolles und faires Fußballspiel. Nach 60 Minuten schweißtreibenden Fußballs stand der Sieger fest, „Kpawumo Einbeck“ gewann das Spiel mit 4 : 1. Die Freunde über den Sieg war bei den Spielern und bei uns riesig. Aber das sollte es noch nicht gewesen sein. Unser Kollege Sirko hatte von seinem einheimischen Fußballverein dem SV Bielen auch noch eine Kleinigkeit für die kleinen Nachwuchsfußballer. So Übergab er zwei weitere Trikotsätze inkl. Torwartausrüstung an Mannschaften aus Tamale. Die Freude darüber war riesig und so wurden noch Erinnerungsfotos (sogar mit Fan-Schal vom „großen“ SV Bielen) gemacht und die Kids und die Verantwortlichen bedankten sich für unseren Besuch und die mitgebrachten Fußballutensilien. 

IT Projekt
Schon seit einigen Jahren ist Informatik ein Pflichtfach in Ghana! Für ein afrikanisches Land ist Ghana in diesem Punkt sehr fortschrittlich. In Niedersachsen z.B. wird dies erst ab dem Schuljahr 2023/2024 so sein. Das große Problem an den meisten Schulen in Ghana ist allerdings, dass keine Computer vorhanden sind. So werden von den IT Lehrern in mühevoller Kleinarbeit dutzende „Screenshots“ mit Kreide an die Tafel gemalt. Die Schüler kennen also Word, Excel und Co. nur als Bild von der Tafel, dass macht den Unterricht natürlich sehr schwer und wenig effektiv.
Durch den Strukturwechsel (Win7->Win10) in der Firma König sind genug Laptops „übrig“ um eine komplette Klasse in „unserer“ Berufsschule auszustatten. Die Geräte wurden in Einbeck vorbereitet und vor Ort zusammen mit dem zuständigen Lehrer ein Netzwerk aufgebaut. Wir konnte alle Bedürfnisse mit Open-Source Software erfüllen und so konnte sogar eine „Lehrer-Schüler“ Software installiert werden, mit deren Hilfe der Lehrer ständig sehen kann, was die Schüler so auf Ihren Geräten treiben, oder aber seinen Bildschirm auf die anderen PCs spiegeln, um Dinge zu zeigen. Ziel des IT Unterrichts ist neben den Grundkenntnissen der IT eine Grundlage der Kalkulation von Kosten zu schaffen. Die ausgelernten Schneider und Schreiner sollen in der Lage seine Projekte zu kalkulieren um später auch selbstständig arbeiten zu können.

Spatenstich des neuen Außenarbeitsplatzes der Schreiner
Am letzten Tag unserer Reise durften wir beim feierlichen Spatenstich für einen überdachten Außenarbeitsplatz für die Schreiner Lehrlinge teilnehmen. Neben den Schülern und den Lehrern nahmen auch die Dorfältesten und das Dorfoberhaupt der Chief, an der Zeremonie teil. Es soll in den nächsten Wochen ein nach landestypischer Bauweise überdachter Pavillon entstehen, wo die Schreinerlehrlinge ihre praktischen Arbeiten, geschützt vor Sonne und eventuell Regen, in den kommenden Wochen aufnehmen können. Derzeit arbeiten die Jungs unter freiem Himmel und sind dem Wetter (Hitze) schutzlos ausgeliefert.

Autofahren für Fortgeschrittene    
Die grundlegende Art und Weise in Ghana Auto, oder Motorrad zu fahren unterscheidet sich recht stark von unserer. Während wir uns mit einem Wald von Schildern und Hinweisen und strikten Regeln aufhalten, fährt in Ghana einfach der als erstes, der das schnellere Auto hat, bzw. als erstes gehupt hat. Wegweiser gibt es eher selten, Tempolimits werden komplett ignoriert und die wenigen Ampeln dienen auch eher als freundlicher Hinweis. Der Mindestabstand beträgt 10cm und auf eine kleine 125er passen locker 1 Erwachsener plus 3 Kinder. LKWs werden wesentlich effektiver genutzt als in Europa, hier können die Fahrzeuge, trotz des beträchtlichen Alters, das 2 bis 3-fache an Ladung aufnehmen. Da es kaum Brücken gibt, kann man die Ladung locker 5-6m hochstapeln. Nur die schlechten Straßen rütteln die Ladung ab und zu so stark durch, dass doch etwas herunterfällt. Für uns „Germans“ mussten aufwendig Helme besorgt werden, wenn wir mal auf dem Moped hinten mitfahren sollten. Selber fahren wäre zu gefährlich und das obwohl wir wohl die einzigen in Kapawumo waren, die einen Führerschein besitzen. Für die Einheimischen gilt die strickte Regel: Wer groß genug ist um auf Moped zu klettern, darf auch fahren. Erstaunlicher Weise haben wir nur einen einzigen Verkehrsunfall beobachtet. Besonders nachts bekam das muntere Treiben auf den stark befahrenen Straßen eine besondere Note, weil maximal die Hälfte der Fahrzeuge beleuchtet sind. Trotz allem fahren die Ghanaer weniger verbissen als die Deutschen und sind gleichzeitig fröhlicher und kommunikativer, wenn Sie währen der Moped Tour mit 3 Kindern auf dem Sozius mit dem Handy telefonieren. Auch die Wahl der Fahrspur ist weniger streng, wenn man mit dem Moped nur ein paar hundert Meter in die „verkehrte“ Richtung muss, ist es überhaupt kein Problem, auf der „falschen“ Straßenseite zu fahren. 

Rückflug
Ein weiteres Highlight konnten wir auf unserer Rückreise erleben. Der Flug mit einer Turbo-Prob Maschine von Tamale nach Accra war „etwas“ holprig. Wir konnten ähnlich wie bei einem Parabel-Flug, Luftlöcher „genießen“ die für einige Sekunden Schwerelosigkeit an Bord sorgten. Ein Stuart der gerade neben uns im Gang stand hat die Situation sehr lässig überspielt, obwohl er kurzzeitig mit Händen und Füßen die Decke des Innenraums berührte. Sage er danach nur: „Keep calm“ und setzte sich wieder auf seinen Platz. In Accra hat der Flughafen 2 Gates, die ein paar hundert Meter voneinander in getrennten Gebäuden untergebracht sind. Die Wegstrecke kann man allerdings unmöglich zu Fuß bestreiten, besonders nicht im Dunkeln. Wir hatten noch ca. 10min bis zum Ende des Check-Ins, für unsere Koffer. 2 der 3 Koffer waren tatsächlich sofort Griffbereit, das Gepäck von Sirko ignorierten wir erstmal, darum konnte sich Björn kümmern, der noch 2 Tage in Accra bleiben wollte. Wir sind mit den zwei Koffern aus dem Flughafen zum erstbesten Taxifahrer gestürmt. Das Taxi stand auf einem stockdunklen Parkplatz. Einige freundliche Afrikaner rannten mit uns mit und beim Taxi angekommen kam es zu recht lautstarken Forderungen nach GhanaCedis. Die geforderten Summen wurden von Sekunde zu Sekunde größer. In der Eile war keine Zeit für lange Verhandlungen, jeder bekam einfach irgendeinen Schein in die Hand gedrückt. Der Taxifahrer hatte seine Mission verstanden und gab ordentlich Gas. Nach 3-minütiger Fahrt, am Terminal 2 angekommen ging es im Laufschritt zum AirFrance Schalter. Die Dame zeigte zunächst wenig Verständnis für uns und sage „Check in Over!“. Nach kurzem Hin- und Her durften wir doch noch die Koffer aufgeben. Noch 10min zum Ende des Boardings. Nur Alena erhielt eine Gesundheits-Info-Karte für die Ausreise. Nach weiteren 100m im Laufschritt empfing uns der medizinische Check. Die Angst vor Corona lebt auch in Afrika und so wurde noch die Temperatur gemessen. Bei über 30 Grad Celsius und sehr hoher Luftfeuchtigkeit wähnte ich hier schon das Ende unserer Reise, doch man ließ uns passieren, obwohl wir komplett durchgeschwitzt waren. Zum Glück gibt es auch in Ghana „Migration-Officers“. Alena füllte flugs Ihre Karte aus, die Sirko und Heiko sich erstmal noch organisieren mussten. Der Zeitvorsprung brachte Alena allerdings nichts, da der Officer der Meinung war, dass man die Karte nicht mit roter Farbe ausfüllen darf und riss die Karte kurzerhand durch. Aber auch diese Hürde konnte uns nicht aufhalten und so erreichten wir unseren Flieger nach Paris als letzte Passagiere. Zur Belohnung gab es im Flieger Rotwein und Cognac. 

Ein Bericht von: Björn Lohrenz, Sirko Thelemann, Heiko Poppinga und Alena Wedekind


 

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06.03.20
Reisebericht Ghana - 15.02.2020 bis 21.02.2020

Im Februar war erneut eine Delegation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort zu Besuch in Ghana, u.a. für den Spatenstich des neuen Außen-Arbeitsplatzes. Ein ausgiebiger Reisebericht:

Hinflug
Die erste Delegation von Kurt König Mitarbeitern musste schon die Erfahrung machen, dass Flüge nicht unbedingt immer so stattfinden, wie sie gebucht waren und in dieser Tradition sollte es auch für uns am 15.02.2020 weitergehen. Zunächst fand sich unsere kleine Reisegesellschaft sehr pünktlich in Hannover ein. Der erste Flug von Hannover nach Paris verspätete sich zuerst um eine Stunde. Unsere Laune konnte das zunächst nicht trüben und der Tag begann mit einem ordentlichen Frühshoppen. Der technische Defekt an dem Flugzeug verzögerte den Abflug dann aber um fast 3 Stunden und uns kamen die ersten Zweifel unser Reiseziel Tamale noch wie geplant zu erreichen.  Nach etwa drei stündiger Verspätung sind wir dann in Paris gelandet. Am Air-France Schalter klärten wir sofort, wie wir heute noch nach Accra kommen um nicht den Anschlussflug nach Tamale zu verpassen. Es gab nur einen Weg das zeitlich noch hinzubekommen: Umweg über Addis Abeba. Wer das nicht kennt: Es ist ein Flughafen in Äthiopien. Richtig gelesen, das ist ein Land im Osten Afrikas, während Ghana ja bekanntlich eher im Westen liegt. Gute 4500 km Umweg und 7 Stunden zusätzliche Flugzeit. Leider standen vor unserem Weiterflug noch etliche Wartestunden an, da leider unser Gepäck auf sich warten ließ… In Addis Abeba ging es dann nach einer weiteren Stunde Wartezeit weiter nach Accra. Hier hatten wir sogar noch ein wenig Zeit mit unserem Fahrer Frank Kontakt aufzunehmen, Geld zu holen und eine Mall zu besuchen, bevor es nach Tamale weiterging. Nach ca. 30 Stunden hatten wir dann auch schon unser Hotel erreicht.

Besuch Chief
Am Montagmorgen ging es dann mit Africa Style weiter. Unser Taxi Fahrer verspätete sich (wie auch die folgenden Tage) um ca. 30 Minuten.
Nachdem wir uns am Montagvormittag kurz in der Schule vorgestellt hatten, stand als nächstes der Termin beim Chief des Dorfes an. Seine Residenz, der „Chief Palast“, befindet sich im Mittelpunkt des Dorfes. Der Chief ist Bürgermeister, Polizeichef und Richter in einer Person. Ohne seine Erlaubnis geschieht nichts im Dorf. So müssen auch wir uns bei ihm vorstellen, um seine Erlaubnis zu bekommen, uns in Kpawumo aufzuhalten.
Bevor wir zum Chief durchgelassen werden, müssen Dawuda, der Generalmanager der Schule, und Markus zunächst mit einem seiner Stellvertreter verhandeln, wie viele Cocanüsse und welche Geldbeträge als Gastgeschenke angemessen sind. Cocanüsse sind das traditionelle Geschenk. Sie werden dem Chief bei der Audienz überreicht und im Anschluss von allen Anwesenden gegessen. Die Geldgeschenke werden dagegen an die Dorfbewohner verteilt. Als wir endlich zum Chief gelangen, stellen Markus und Dawuda uns Neuankömmlinge vor und bitten um Erlaubnis, dass wir uns im Dorf aufhalten dürfen. Dabei sprechen sie über einen seiner Stellvertreter mit ihm, da der Chief nicht direkt angesprochen werden darf. Viele Höflichkeiten werden ausgetauscht und die besagten Nüsse gegessen. Keine angenehme Tradition für uns, sie schmecken nicht! Am Ende bekommen wir seine Erlaubnis für unseren Aufenthalt und nach ein paar Gruppenfotos werden wir von ihm entlassen.


Nun steht unserem Aufenthalt im Dorf nichts mehr im Wege.

Schulbesichtigung
Wieder angekommen in der Schule, machten wir uns ein genaues Bild von dem Gelände. Angefangen in der Grundschule, wo wir einen tiefen Einblick in die einzelnen Klassen (Klasse 1-6) sowie den Kindergarten bekamen. Gegenüber der Grundschule befindet sich das Waisenhaus, indem zurzeit vier Waisen untergebracht sind. Unser Weg ging dann von dem Waisenhaus hin zu der von Kurt König erbauten Berufsschule. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Sportplatz der Schule vorbei. Hier spielten die Kinder bis in die späten Abendstunden fleißig Fußball. 

In der Grundschule teilten wir uns dann in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe bastelte mit den Kindern aus dem Kindergarten einzelne Tiermasken. Hierzu wurden Federn, bunte Stifte sowie Glitzersteine aus Deutschland von uns mitgebracht. Nach anfänglicher Zurückhaltung belagerten uns die Kinder schnell, sobald neues Bastelmaterial verteilt wurde. Es war ein riesiger Spaß für Jung und Alt. Die andere Gruppe war für Veikko (der 2019 die Schule besucht hatte) unterwegs, der ein Fotoprojekt ins Leben gerufen hat. Hierfür verteilten wir Kopien von Fotos an Schüler und Lehrer, die er im letzten Jahr von Ihnen gemacht hatte. Im Gegenzug dafür erhielten wir Karten mit Namen und Zeichnungen der Fotografierten. Diese werden bei einer Ausstellung über die Schule in Nordhausen präsentiert. Alle haben sich sehr über die Fotos gefreut.

Besuch im Dorf
Es ist schwer zu beschreiben, was wir in der kurzen Zeit in Ghana alles erlebt haben. Wir hatten das große Glück, einen Einblick in das Leben der Menschen vor Ort zu bekommen, da wir nicht als Touristen dort waren und somit Orte sehen konnten, die fernab des Tourismus liegen. Kpawumo ist einer dieser Orte. Uns kam es so vor, als wären wir in einer anderen Welt. Die Vielfalt in dem Dorf war so immens. Auf der einen Seite gab es den alten Dorfkern, in dem alle Häuser noch nach der traditionellen Bauweise gebaut waren. Das heißt, runde Lehmhütten mit Dächern aus Stroh. Dazwischen neuere Hütten aus selbstgebrannten Steinen mit Wellblechdächern.
Was alle diese Häuser vereint ist, dass sie weder einen Wasser- noch Stromanschluss besitzen. Für uns in unser heutigen Zeit ist so etwas kaum vorstellbar. Wenn die Einwohner Wasser benötigen, müssen Sie es aus dem Wasserloch des Dorfes holen. Um dorthin zu gelangen muss man bei 35 – 40° Grad circa 20 Minuten laufen. Der Hinweg ist dabei das kleinste Übel, auf dem Rückweg trägt man die 40 Liter die gesamte Strecke auf dem Kopf. Die Wasserqualität ist in keinster Weise mit der unseren zu vergleichen. Das Wasser ist trübe und dreckig und wird nur von den wenigsten Einheimischen vor dem Verzehr gereinigt oder abgekocht.
Die Einrichtung der Hütten ist auch sehr spärlich. Stühle, Tische oder Schränke sucht man vergeblich. Zum Schlafen gibt es Matten, die tagsüber zum Sitzen benutzt werden. Die wenigen Habseligkeiten, die die Bewohner besitzen, werden am Rand der Hütte gelagert.
 
Während unserer Zeit in Kpawumo haben wir mehre Einheimische in Ihren Hütten besuchen können. Die Erlebnisse waren auf der einen Seite schön, auf der anderen aber auch sehr schockierend.
So haben wir die Familie von Aziz, einem ehemaligen Schüler besucht. Da Aziz zur Zeit die Highschool in Tamale besucht und dort auch wohnt, lebt seine Mutter mit seinen beiden Schwestern alleine in Kpawumo.
Auf ihrem Grundstück stehen drei runde Lehmhütten, die ihnen als Schlaf-, Aufenthalts- und Lagerhütte dienen. Direkt neben den Hütten haben sie ein wenig Land, auf dem sie versuchen, die nötigsten Nahrungsmittel für sich anzubauen.

Seiner jüngsten Schwester haben wir neue Kleidung und eine Giraffe als Stofftier mitgebracht. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr sie sich darüber gefreut hat. Die Giraffe hat sie während unseres gesamten Besuches kein einziges Mal mehr aus der Hand gelegt. Für seine Mutter haben wir eine neue wieder aufladbare Taschenlampe mitgebracht, da ihre alte nicht mehr funktionierte und sie somit keine Lichtquelle hatten. Am selben Tag haben wir mit Markus, unserem begleitenden Arzt, einen der Berufsschüler besucht, der seit 2 Wochen nicht mehr in der Schule war. In der Schule gab es das Gerücht, dass er sich ein Bein gebrochen hätte. Da ihn aber niemand mit Gips gesehen hatte, wollte sich Markus selbst überzeugen, ob es stimmt oder ob er nur die Schule schwänzt. Wir trafen den Schüler, so wie seine drei Schwestern, in seiner Hütte an. Dort saß er seit 2 Wochen mit einem gebrochenen Unterschenkel ohne echte ärztliche Behandlung. Das Bein war vom örtlichen Heiler notdürftig versorgt worden. Als Gipsersatz dienten drei Steine, die um das Bein herum gelegt waren. Eine Behandlung im Krankenhaus lehnte er ab, da zum einen sein verstorbener Vater der traditionelle Heiler des Dorfes war und sich zum anderen der Aberglaube hielt, dass einem im Krankenhaus nur die Arme und Beine amputiert würden.
Markus konnte ihn nach vielen Verhandlungen wenigstens zu einer Behandlung mit Antibiotika überreden, um hoffentlich zu verhindern, dass der Bruch sich entzündet. In unseren Augen mag das alles nach viel Leid und Armut aussehen. Aber vor Ort haben wir mitbekommen, dass die Menschen dort trotzdem glücklich und fröhlich sind. Wo immer wir hinkamen, wurden wir herzlich empfangen.
Nichts desto trotz ist es wichtig, dass wir weiterhin die Schule unterstützen, um die Lebensverhältnisse der Bewohner von Kpawumo zu verbessern. Es ist schön zu sehen, wie dankbar die Hilfe vor Ort angenommen wird.

Motorbike Tour
Eines der schmutzigsten Erlebnisse unseres Aufenthaltes war die Motorbike Safari durch Tamale und Umgebung. Jeder von uns hatte einen Fahrer, denn ich glaube keiner unter uns, hätte die Motorbikes nach Ghanaischer Art bedienen können, auch wenn jemand einen Motorradführerschein gehabt hätte. Man sollte nämlich wissen, bevor man solch ein Motorrad bedient, dass diese in Ghana üblicherweise keine Kupplung haben. So stand dann unserem kleinen Ausflug nichts mehr im Wege. Wir erkundeten die Trockenlandschaft, sahen etwaige Felder, auf denen Reis und sonstige Erntegüter angebaut werden. Auch sahen wir nochmal die unterschiedlichen Dörfer. Das bewundernswerte daran war, dass Markus und seine „Jungs“ fast jedes Dorf schon kannte. Markus war bei vielen bekannt als Dr. Markus. So war es auch während unseres Ausfluges, dass Markus einer Dorfbewohnerin ärztlichen Beistand geleistet hat. Schön war hierbei zu sehen wie freundlich alle Dorfbewohner im Vorbeifahren waren. Alle winkten einem freundlich zu, auch wenn wir die einzelnen Dörfer nur durchfuhren. Der etwas unschönere Teil während unserer Tour war die Mülldeponie. Gängig war es hier, dass der gesamte Plastikmüll (und das war eine Menge) verbrannt wurde. Wie Plastik, riecht, wenn man es anzündet, kann sich denke ich mal jeder vorstellen. Das war kein schöner Geruch und Anblick, zumal auf diesem Gelände einige Menschen gelebt/ übernachtet haben. Kurz bevor die Dunkelheit eingebrochen ist, waren wir dann heile wieder zurück.

Fußballturnier
Am Mittwochnachmittag hatte uns unser Freund Etoo (Lehrer der 1. Klasse, Trainer der Fußballmannschaft aus Kpawumo  & rechte Hand von Markus Kubitza)  zu einem Fußballspiel zwischen einer Mannschaft aus Tamale und seiner aus Kpawumo eingeladen. Dieser Einladung folgten wir sehr gern, da wir für die Kids auch eine kleine Überraschung dabei hatten. Nachdem alle Spieler sich auf dem Sportplatz zusammengefunden haben, wurde um kurz nach 17 Uhr das Fußballspiel angepfiffen. Unser Kollege Heiko hatte vor dem Spiel noch ein Trikotsatz von SVG Einbeck und 3 Bälle an die Kids verteilt. Das Spiel der Jungs (ca. 9-13 Jahre) dauerte 2 x 30 Minuten und wir verfolgten es mit Bewunderung! Nicht nur der Fußballplatz (eine Mischung aus Schotterplatz & staubiger Landstraße), sondern auch die Fußballschuhe der Kids, wenn sie überhaupt welche an hatten, war für uns „Grünplatz-Fußballer“ aus Deutschland, schon ein kleines Highlight. Die Jungs zeigten trotz dieser Bedingungen und immer noch so um die 36° Celsius ein tolles und faires Fußballspiel. Nach 60 Minuten schweißtreibenden Fußballs stand der Sieger fest, „Kpawumo Einbeck“ gewann das Spiel mit 4 : 1. Die Freunde über den Sieg war bei den Spielern und bei uns riesig. Aber das sollte es noch nicht gewesen sein. Unser Kollege Sirko hatte von seinem einheimischen Fußballverein dem SV Bielen auch noch eine Kleinigkeit für die kleinen Nachwuchsfußballer. So Übergab er zwei weitere Trikotsätze inkl. Torwartausrüstung an Mannschaften aus Tamale. Die Freude darüber war riesig und so wurden noch Erinnerungsfotos (sogar mit Fan-Schal vom „großen“ SV Bielen) gemacht und die Kids und die Verantwortlichen bedankten sich für unseren Besuch und die mitgebrachten Fußballutensilien. 

IT Projekt
Schon seit einigen Jahren ist Informatik ein Pflichtfach in Ghana! Für ein afrikanisches Land ist Ghana in diesem Punkt sehr fortschrittlich. In Niedersachsen z.B. wird dies erst ab dem Schuljahr 2023/2024 so sein. Das große Problem an den meisten Schulen in Ghana ist allerdings, dass keine Computer vorhanden sind. So werden von den IT Lehrern in mühevoller Kleinarbeit dutzende „Screenshots“ mit Kreide an die Tafel gemalt. Die Schüler kennen also Word, Excel und Co. nur als Bild von der Tafel, dass macht den Unterricht natürlich sehr schwer und wenig effektiv.
Durch den Strukturwechsel (Win7->Win10) in der Firma König sind genug Laptops „übrig“ um eine komplette Klasse in „unserer“ Berufsschule auszustatten. Die Geräte wurden in Einbeck vorbereitet und vor Ort zusammen mit dem zuständigen Lehrer ein Netzwerk aufgebaut. Wir konnte alle Bedürfnisse mit Open-Source Software erfüllen und so konnte sogar eine „Lehrer-Schüler“ Software installiert werden, mit deren Hilfe der Lehrer ständig sehen kann, was die Schüler so auf Ihren Geräten treiben, oder aber seinen Bildschirm auf die anderen PCs spiegeln, um Dinge zu zeigen. Ziel des IT Unterrichts ist neben den Grundkenntnissen der IT eine Grundlage der Kalkulation von Kosten zu schaffen. Die ausgelernten Schneider und Schreiner sollen in der Lage seine Projekte zu kalkulieren um später auch selbstständig arbeiten zu können.

Spatenstich des neuen Außenarbeitsplatzes der Schreiner
Am letzten Tag unserer Reise durften wir beim feierlichen Spatenstich für einen überdachten Außenarbeitsplatz für die Schreiner Lehrlinge teilnehmen. Neben den Schülern und den Lehrern nahmen auch die Dorfältesten und das Dorfoberhaupt der Chief, an der Zeremonie teil. Es soll in den nächsten Wochen ein nach landestypischer Bauweise überdachter Pavillon entstehen, wo die Schreinerlehrlinge ihre praktischen Arbeiten, geschützt vor Sonne und eventuell Regen, in den kommenden Wochen aufnehmen können. Derzeit arbeiten die Jungs unter freiem Himmel und sind dem Wetter (Hitze) schutzlos ausgeliefert.

Autofahren für Fortgeschrittene    
Die grundlegende Art und Weise in Ghana Auto, oder Motorrad zu fahren unterscheidet sich recht stark von unserer. Während wir uns mit einem Wald von Schildern und Hinweisen und strikten Regeln aufhalten, fährt in Ghana einfach der als erstes, der das schnellere Auto hat, bzw. als erstes gehupt hat. Wegweiser gibt es eher selten, Tempolimits werden komplett ignoriert und die wenigen Ampeln dienen auch eher als freundlicher Hinweis. Der Mindestabstand beträgt 10cm und auf eine kleine 125er passen locker 1 Erwachsener plus 3 Kinder. LKWs werden wesentlich effektiver genutzt als in Europa, hier können die Fahrzeuge, trotz des beträchtlichen Alters, das 2 bis 3-fache an Ladung aufnehmen. Da es kaum Brücken gibt, kann man die Ladung locker 5-6m hochstapeln. Nur die schlechten Straßen rütteln die Ladung ab und zu so stark durch, dass doch etwas herunterfällt. Für uns „Germans“ mussten aufwendig Helme besorgt werden, wenn wir mal auf dem Moped hinten mitfahren sollten. Selber fahren wäre zu gefährlich und das obwohl wir wohl die einzigen in Kapawumo waren, die einen Führerschein besitzen. Für die Einheimischen gilt die strickte Regel: Wer groß genug ist um auf Moped zu klettern, darf auch fahren. Erstaunlicher Weise haben wir nur einen einzigen Verkehrsunfall beobachtet. Besonders nachts bekam das muntere Treiben auf den stark befahrenen Straßen eine besondere Note, weil maximal die Hälfte der Fahrzeuge beleuchtet sind. Trotz allem fahren die Ghanaer weniger verbissen als die Deutschen und sind gleichzeitig fröhlicher und kommunikativer, wenn Sie währen der Moped Tour mit 3 Kindern auf dem Sozius mit dem Handy telefonieren. Auch die Wahl der Fahrspur ist weniger streng, wenn man mit dem Moped nur ein paar hundert Meter in die „verkehrte“ Richtung muss, ist es überhaupt kein Problem, auf der „falschen“ Straßenseite zu fahren. 

Rückflug
Ein weiteres Highlight konnten wir auf unserer Rückreise erleben. Der Flug mit einer Turbo-Prob Maschine von Tamale nach Accra war „etwas“ holprig. Wir konnten ähnlich wie bei einem Parabel-Flug, Luftlöcher „genießen“ die für einige Sekunden Schwerelosigkeit an Bord sorgten. Ein Stuart der gerade neben uns im Gang stand hat die Situation sehr lässig überspielt, obwohl er kurzzeitig mit Händen und Füßen die Decke des Innenraums berührte. Sage er danach nur: „Keep calm“ und setzte sich wieder auf seinen Platz. In Accra hat der Flughafen 2 Gates, die ein paar hundert Meter voneinander in getrennten Gebäuden untergebracht sind. Die Wegstrecke kann man allerdings unmöglich zu Fuß bestreiten, besonders nicht im Dunkeln. Wir hatten noch ca. 10min bis zum Ende des Check-Ins, für unsere Koffer. 2 der 3 Koffer waren tatsächlich sofort Griffbereit, das Gepäck von Sirko ignorierten wir erstmal, darum konnte sich Björn kümmern, der noch 2 Tage in Accra bleiben wollte. Wir sind mit den zwei Koffern aus dem Flughafen zum erstbesten Taxifahrer gestürmt. Das Taxi stand auf einem stockdunklen Parkplatz. Einige freundliche Afrikaner rannten mit uns mit und beim Taxi angekommen kam es zu recht lautstarken Forderungen nach GhanaCedis. Die geforderten Summen wurden von Sekunde zu Sekunde größer. In der Eile war keine Zeit für lange Verhandlungen, jeder bekam einfach irgendeinen Schein in die Hand gedrückt. Der Taxifahrer hatte seine Mission verstanden und gab ordentlich Gas. Nach 3-minütiger Fahrt, am Terminal 2 angekommen ging es im Laufschritt zum AirFrance Schalter. Die Dame zeigte zunächst wenig Verständnis für uns und sage „Check in Over!“. Nach kurzem Hin- und Her durften wir doch noch die Koffer aufgeben. Noch 10min zum Ende des Boardings. Nur Alena erhielt eine Gesundheits-Info-Karte für die Ausreise. Nach weiteren 100m im Laufschritt empfing uns der medizinische Check. Die Angst vor Corona lebt auch in Afrika und so wurde noch die Temperatur gemessen. Bei über 30 Grad Celsius und sehr hoher Luftfeuchtigkeit wähnte ich hier schon das Ende unserer Reise, doch man ließ uns passieren, obwohl wir komplett durchgeschwitzt waren. Zum Glück gibt es auch in Ghana „Migration-Officers“. Alena füllte flugs Ihre Karte aus, die Sirko und Heiko sich erstmal noch organisieren mussten. Der Zeitvorsprung brachte Alena allerdings nichts, da der Officer der Meinung war, dass man die Karte nicht mit roter Farbe ausfüllen darf und riss die Karte kurzerhand durch. Aber auch diese Hürde konnte uns nicht aufhalten und so erreichten wir unseren Flieger nach Paris als letzte Passagiere. Zur Belohnung gab es im Flieger Rotwein und Cognac. 

Ein Bericht von: Björn Lohrenz, Sirko Thelemann, Heiko Poppinga und Alena Wedekind


 

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